Projekt

Das CoLivingLab ist

  • ein Modell für ein modulares Co-Housing / Co-Working Gebäude
  • ein Living Lab zur Erprobung gemeinschaftlichen Wohnens und Arbeitens
  • ein Gründerzentrum für Co-Housing und Co-Working Projekte
  • ein Impulsgeber für Projekte und Initiativen im Quartier

Das Konzept vereint Eigenschaften von erfolgreichen Cohousing und Coworking Projekten und des Living Lab zu einem neuen, innovativen Gebäudetyp. Anhand eines virtuellen Zwischennutzungs-Projekts auf dem Gelände des Merkurgarten in Zürich-Hottingen haben wir das Konzept simuliert. Dieses ist an andere Standorte und Projekte anpassbar. Wir sind im Moment auf der Suche nach interessierten Genossenschaften oder Institutionen, mit denen wir zusammen ein erstes CoLivingLab realisieren können.


Virtuelles CoLivingLab Merkurgarten

Der Merkurgarten startete im Jahr 2012 am selben Standort, wo bereits zwanzig Jahre früher ein Nachbarschafts-Kräutergarten mit Hilfe des städtischen Gartenbauamts ins Leben gerufen wurde. Das Kultur- und Gartenprojekt teilt die Kreuzbühlwiese mit einem provisorischen Schulpavillon. Im Sommer 2017 hat der Detailhändler Migros hier ein weiteres Zwischennutzungsprojekt realisiert – ein provisorisches Lebensmittelgeschäft aus rund 35 Containern. Der Merkurgarten findet für zwei Jahre auf dem Dach dieses Gebäudes einen neuen Platz.

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Fassade (Ausschnitt): Holzbau-Module überbrücken einen bestehenden Musikschul-Pavillon.

Insgesamt 72 Holzbau-Module auf drei Etagen werden über einem bestehenden Schulpavillon der siebziger Jahre erstellt. Die vom Bestandsgebäude unabhängige Struktur wird über eine aussen liegende Treppe und einen Lift erschlossen. (siehe unten) Zwei Laubengänge an beiden Längsseiten dienen als Erschliessung und als Terrasse. Die Module mit jeweils 20m2 Nutzfläche können miteinander verbunden werden, um unterschiedlich grosse Wohn- oder Arbeitseinheiten sowie Gemeinschaftsräume zu konfigurieren.

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Grundrisse der Obergeschosse, Ansichten von Süden und Westen. Bestehendes Gebäude in grau.

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Aussentreppe und Lift, Laubengänge / Terrasse, Konfigurations- und Möblierungsbeispiel.

 

 

 

 

 

 

 

 CoLivingLab in der Praxis

Das Nutzungskonzept soll einen nachhaltigen Lebensstil ermöglichen durch Austausch und effiziente Nutzung von Ressourcen, Räumen und Aktivitäten, durch die Förderung von Zusammenarbeit und Unterstützung innerhalb der Gemeinschaft der Nutzer und einer erweiterten Community. Es wird nicht nur ein Mehrwert geschaffen durch eine effiziente Nutzung von Raum, soziale Synergien und niedrige Gesamtmietkosten. Das CoLivingLab schafft darüberhinaus auch ein inspirierendes Umfeld, welches den Schöpfergeist anregen und zur Mitgestaltung des Umfelds befähigen soll.

Die Bewohner können für eine Dauer von einem Tag bis zu mehreren Jahren im CoLivingLab einchecken. Entsprechend der Your+ Terminologie (www.solardecathlon.ch gibt es drei Arten von Zimmern:

  • my room hat die größte Privatheit. Es kann von einer oder zwei Personen genutzt werden und enthält eine eigene Nasszelle.
  • our room ist die Wohnküche, welcher mehrere Individualräume zugewiesen sind.
  • your room kann für einen begrenzten Zeitraum für unterschiedliche Beschäftigungen (Arbeitsraum, Fitness, Galerie usw.) gemietet werden.

Die drei räumlichen Grundtypen werden durch den Space+ verbunden, welcher als lebendiger, kommunikativer Gemeinschaftsraum mit einer breiten Palette von Nutzungsmöglichkeiten dient. Der Space+ ist auch offen für Nachbarschaftsinitiativen, um damit zu einer besseren Vernetzung und zu einem lebendigeren Quartier beizutragen.


Zielgruppe

Ein CoLivingLab bietet ständigen Raum für mehrere Dutzend bis mehrere Hundert Personen. Zielgruppe sind:

  • Menschen auf der Suche nach innovativen, gemeinschaftlichen Wohnformen
  • Start-ups mit Bezug zum umliegenden Quartier
  • Forscher
  • Künstler – (Gast-) ateliers
  • Menschen in beruflicher Neuorientierung

Ein paritätisch zusammengesetztes Gremium entscheidet über die Zuteilung der Räume aufgrund des Innovationsgehalts und des Nachhaltigkeitspotentials der eingereichten Projekte und aufgrund der beabsichtigten Nutzung der gemeinschaftlichen Infrastruktur.


Ziele

Vom Zusammenführen der Lebensbereiche Wohnen und Arbeiten an einem einzigen Standort ergeben sich Synergien im Hinblick auf die wirtschaftliche, soziale und ökologische „Performance“. Innovative Finanzierungs, Coaching- und Vernetzungs-Programme ergänzen das Raumangebot und ermöglichen den teilnehmenden Startups und Einzelpersonen einen optimalen Start in eine erfolgreiche Zukunft.

Durch den temporären und experimentellen Charakter wollen wir die praktische Erprobung zukunftsorientierter gemeinschaftlicher Raumkonzepte für das Wohnen und das Arbeiten anregen. Die Bereitstellung von Research in Residence Programmen soll zur realitätsnahen Erforschung von Praktikten gemeinschaftlichen Wohnens und Arbeitens beitragen.

Grosse Wichtigkeit wird der Bildung einer lebendigen Community und der Vernetzung mit bestehenden Kultur und Garten-Projekten beigemessen. Auf diese Weise kann das CoLivingLab als Gründerzentrum für neu entstehende Cohousing- und Coworking-Initiativen funktionieren.


Innovation

1. Das Nutzungskonzept welches gemeinschaftliches Wohnen und Arbeiten, Business-Entwicklung und Forschung unter einem Dach vereint ist für Zürich einzigartig.

2. Das Projekt bezieht sich aber auch auf einige der Handlungsfelder und strategischen Ziele der Stadt Zürich (Zürich-Strategien-2035):

  • Attraktiver Wirtschaftsstandort
  • Nachhaltiges Wachstum
  • Solidarische Gesellschaft
  • Nachhaltiger Energie und Umweltschutz

3. Es liefert einen konkreten Beitrag zu Zukunftstrends des Wohnens (Zukunftsinstitut):

  • Gesunde Umwelt: Städte, die sich über einen nachhaltigen und gesunden Lebensraum definieren.
  • Smart Being: Gesteigertes Gesundheitsbewusstsein, welches sich über Themen wie Gesundheitsstil, Vitalität und Lebensqualität definiert. Technologie, die den Alltag erleichtert, verbindet sich mit Gesundheit und Wohlbefinden zu einem heilenden Bündnis.
  • Gemeinschaftliches Leben: eine neue Form des Wohnens (und Arbeitens) in Städten, wo die Lebensqualität nicht mehr abhängig ist von der Größe und der Ausstattung der Wohnung, sondern von zusätzlichen Nutzngsoptionen innerhalb der Häuser und Nachbarschaften. Verfügbarkeit und Zugriff statt Besitzen (sharing), Askese des privaten Wohnraums und Luxus der geteilten, ausgelagerten Wohnfunktionen.
  • Third place living: Die Orte des Wohnens, der Arbeit, der Erholung und der Kommunikation (“third places”) erhalten eine neue Aktualität angesichts der zunehmenden Digitalisierung und Mobilität. Sie werden (wieder und vielleicht mehr als je zuvor?) zu aktiven Schauplätzen des Lebens.

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4. Die zukünftigen Bewohner können bei der Errichtung ihres CoLivingLab partizipieren. Hierzu eignen sich Bausysteme wie das neu entwickelte zoë circular building mit folgenden Schwerpunkten:

  • Gesundes Raumklima
  • Nachhaltige Baustoffe
  • Integrierte Energiegewinnung und -verteilung
  • Hohe Wirtschaftlichkeit
  • Lokale Wertschöpfung
  • Ästhetische Oberflächen

5. Im Zusammenhang mit Gartenprojekten in der Nachbarschaft können weitere aktuelle Themen integriert werden:

  • Integration von Nutzpflanzen in der Fassade
  • Nutzung der Dachfläche für Hausgärten
  • Nutzung von Regenwasser
  • Trockentoiletten im Geschosswohnungsbau
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